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Kinderarmut und Kindergesundheit sind zwei Seiten ein und derselben Medaille

Nicht selten, und dies aus Sicht der Betrachtenden richtigerweise, wird die Frage nach der besonderen Notwendigkeit von Freizeiten für Kranke, insbesondere schwer erkrankte Kinder aus prekären sozialen Verhältnissen, gestellt. Gerade in Zeiten leerer kommunaler Kassen, in Zeiten wo wir uns an dem Klang der Worte Rezession, Krise, Urlaub als vermeintliches Luxusgut, und dann noch für Kinder….. …. wie „anmaßend“, vermeintlicherweise gewöhnt haben, stellt sich die Frage nach der Fokussierung auf die Befriedigung essentieller Not. Es scheint  häufig  selbsterklärend zu sein, wenn somit aus der Sicht der Politik die Notwendigkeit einer angemessenen Begleitung der Kinder und Jugendlichen in unserem Land bei der Unterstützung für Kinder- und Jugendreisen nicht zu den vordergründigen Herausforderungen zählt. 

Daraus folgernd stellt sich die Frage warum es ein Gebot der Stunde sein soll sich diesem „luxuriösen“ Thema zu widmen. Nicht nur die Frage der Gerechtigkeit stellt sich wenn millionenfach Ferienreisen für viele Kinder selbstverständlich sind und ca. 3 Millionen von Armut betroffene Kinder und Jugendliche in unserem Land keine Chance auf Urlaub haben, sondern wie wir unser Fundament der gesellschaftlichen Zukunft bauen wollen. Unabhängig von der Gefährdung des „Generationenvertrages“, dessen Grundlage Kinder sind und wo der Maßstab der Familienpolitik nicht nur die Kinderfreundlichkeit sein sollte, sondern auch die Zielsetzung einer demographischen Umkehr, wird sich eine zukunftsorientierte Gesellschaft ausschließlich am Umgang mit ihren Schwächsten, den Kindern, messen lassen müssen. Die platonische Feststellung „Kinder sind unsere Zukunft“ muss, wenn nicht der eigene ethisch-moralische und gesellschaftlich-menschliche Niedergang gewollt sein soll, an den Taten der Umsetzung dieser Botschaft abgelesen werden. 

Warum benötigen schwer erkrankte Kinder aus prekären sozialen Verhältnissen unseren besonderen Schutz und eine verstärkte Förderung? 

Die Kinderarmut ist, gerade in einem vergleichsweise reichen Staat wie die Bundesrepublik Deutschland, ein Haus gemachtes Problem. Dass Kinder die oft fehlende Lobby nicht selbst mit einem Kinderlachen in das Gesicht der Politik zaubern können, ist bekannt. Besonders zu Fragen der Armutsbekämpfung hat sich der DKSB als eines der größten und stärksten Lobbyisten fürs Kind mit folgendem Statement Kinderarmut bekämpfen – Forderungen des Deutschen Kinderschutzbundes positioniert. 

Wenn Kinder aus sozial prekären Umfeld besondere Unterstützung dem Grunde nach benötigen, warum dann „auch noch Urlaub als Menschenrecht für ALLE Kinder“? Zweifelsfrei stehen hier die Aussagen des Deutschen Kinderhilfswerkes (DKHW) als Förderer gebotener Kinderpolitik und als Protagonist beim Kampf um Kinderrechte in vorderster Reihe. Das Recht auf aktive Erholung für alle Kinder und Jugendlichen beschreibt die Notwendigkeit des Weges, auf diesem Feld unsere Kinder intensiv zu unterstützen. Diese Proklamation des DKHW ist ein Aufschrei und ein Aufruf zugleich.

Wenn Kinder aus armen Verhältnissen unsere besondere Aufmerksamkeit verdienen, so muss dies auf herausragende Weise erst Recht für arme Kinder mit schweren Erkrankungen gelten. Der Bund selbst beschreibt mit Hilfe des Robert Koch Institutes die  Gesundheitliche Ungleichheit bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Hier wird im Wesentlichen Bezug auf die wissenschaftlich untersetzte KiGGS-Studie genommen. Es heißt „Die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland – kurz KiGGS genannt – ist die erste bundesweit repräsentative Untersuchung zur gesundheitlichen Lage der heranwachsenden Generation.“ In dieser Studie wird auf erschreckende Weise mit wissenschaftlicher Akribie der Zusammenhang zwischen kindlicher Gesundheit und sozialem Status untersucht und final belegt. Anders ausgedrückt - es sei hier nochmals auf ein Zitat des DKHW verwiesen: Es verwundert daher nicht, dass die neuesten Untersuchungen, wie zum Beispiel die KiGGS-Studie, Bella-Studie, Shell-Studie oder die HBSC-Studie eine Korrelation zwischen Kinderarmut und Gesundheitsgefährdung, sprich erhöhten Erkrankungsraten, bestätigen.“ Zitat Ende. Dies bedeutet eine massive Benachteiligung von armen Kindern, nicht nur weil sie arm sind und der gesellschaftliche Kodex momentan an Unterstützung nicht mehr hergibt, sondern diese Kinder aufgrund ihres sozialen Status ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. Kommt dann bei diesen Kindern und Jugendlichen noch eine genetisch bedingte oder durch Chronifizierungen besondere Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität hinzu, ergibt sich eine Schnittmenge an Betroffenen, welche im Paneel der sozial benachteiligten Kinder und Jugendlichen, auch aufgrund  der häufig zusätzlichen psychischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, täglich größer wird. Ergänzend sei hier auf die BELLA-Studie im Kinder und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) verwiesen, um sich ein Bild von der Psychischen Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland machen zu können.  

Fazit:  Die wissenschaftlich und politisch belegte zwingend notwendige verstärkte Förderung des „Urlaub als Menschenrecht für alle Kinder“ (so unsere Auffassung und Formulierung  vom Selbstverständnis der notwendigen Ausreichung von Klientel spezifischen Freizeiten), welche mit Blick auf die Zielgruppe schwer erkrankter Kinder aus prekären sozialen Verhältnissen de facto (fast) nicht vorhanden ist, muss ein gemeinsames gesellschaftliches und vordringliches Anliegen sein. Urlaub als Menschenrecht für alle Kinder ist eines der (mit) entscheidenden Voraussetzungen um kleine selbstbewusste und vom Selbstvertrauen in sich gefestigte Persönlichkeiten, für unser aller Zukunft heranwachsen zu sehen. Hier gilt es besonders den Kreis der Bedürftigen zu stärken, die auch nicht mit Mitteln der Symbolpolitik, zum Beispiel Kinder die bereits so schwer erkrankt sind, dass mit Hilfe der Verhinderungspflege auf der Grundlage einer erhöhten Pflegebedürftigkeit/Pflegestufe Mittel nach SGB als Co-Finanzierung generiert werden können, eine Chance haben.

Unschwer zu erkennen ist die Dimension von der wir sprechen. Werden durch Wissenschaft und Lobbyisten zu Fragen der Kinderrechte in Deutschland schon bis zu ca. 3 Millionen arme Kinder konstatiert, so dürfte es sich bei der ohnehin vorhandenen Korrelation zwischen Kinderarmut und Gesundheitsgefährdung und auf der Basis der Morbiditätsraten der häufigsten medizinischen Indikationen im Kindes- und Jugendalter um eine Schnittmenge von mindestens 1 Millionen Kinder, die als höher graduiert krank UND arm bezeichnet werden, handeln. Eine große Realitätsnähe darf mit der Behauptung einer Untertreibung dieser Dimension in den Raum gestellt werden.

Bei dieser Dimension und den üblicherweise bekannten erhöhten Anforderungen an die zu betreuenden Kinder in den Freizeiten mit Blick auf medizinischer, sonderpädagogischer und therapeutischer Ebene und der Gleichzeitigkeit eines deutlich erhöhten Betreuungsschlüssels, im Einzelfall bis zur Assistenz (1:1), werden die außergewöhnlichen Herausforderungen an die Gesellschaft klar. Wollen wir nicht nur formal Kinderrechte durchsetzen sondern ALLEN Kindern gleichberechtigt auf diesem Feld eine Chance geben, so müssen wir priori nach einer verbesserten politischen Kultur des Selbstverständnisses und des Handelns und nach Wegen der Institutionalisierung für solche Freizeiten suchen. Dies sollte anschiebend auch durch die öffentliche Hand und Schluss endlich selbsttragend und autark, durch ein Netz von Einrichtungen als visionärer Ausblick hier dargestellt werden.

 

Deutsche Kinderhilfsstiftung e.V. - Förderverein | info@deutschekinderhilfsstiftung.de